Die Leiterin der Einrichtung, Miriam Paschke (Mitte), nahm sich viel Zeit, um den Denzlinger Sozialdemokrat:innen und der Heilpädagogin Birgit Huslisti die Arbeit im Haus Schwabenstraße vorzustellen. Fotos: Irmgard Meiners-Schuth
Einige interessierte Denzlinger Sozialdemokrat:innen, darunter der Ortsvereinsvorsitzende Björn Reuter und die Inklusionsbeauftragten Magdalene Kirchhoff und Elfriede Behnke, sowie die Heilpädagogin Birgit Huslisti besuchten in der ersten Sommerferienwoche das Haus Schwabenstraße, das zusammen mit der Wessenbergschule eine wichtige sozialpädagogische Betreuungs- und Bildungseinrichtung für Familien im Erziehungshilfekontext aber auch für Kinder z.B. aus dem Autismus-Spektrum in Denzlingen unterhält. Stammeinrichtung ist Mariahof in Hüfingen, „Heimat für Entfaltung“. Träger ist der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg bzw. befindet sich die Einrichtung derzeit im Prozess zur Gründung in die Mariahof Jugendhilfe gGmbH. Miriam Paschke, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Leiterin der Außenstelle Haus Schwabenstraße von Mariahof, nahm sich mehr als zwei Stunden Zeit und stellte bei dem vom SPD-Ortsverein organisierten Kennenlerntermin die seit 1977 bestehende Einrichtung, ihre Arbeitsweise und ihr ambitioniertes pädagogisches Konzept auch mit Hilfe zahlreicher Schautafeln vor.
Neben dem Haus Schwabenstraße gibt es die Wessenbergschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, die in den Neubaukomplex am Bahnhof (früher Grüner Baum) umgezogen ist, sowie den über Denzlingen hinaus bekannten und beliebten Kinderzirkus „Ragazzi furiosi“. Die Wessenbergschule stellt 21 Schulplätze aufgeteilt in drei kleinen Klassen zur Verfügung, Voraussetzung für die Aufnahme ist ein durch das zuständige Schulamt ausgewiesener Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich. Fünf Lehrkräfte (Sonderpädagogin, Realschullehrerin, Grund- und Hauptschullehrerin, pädagogische Assistentin und Schulbegleitung) unterrichten und fördern die Kinder und Jugendlichen. Ziel ist die Rückführung in die öffentlichen Schulen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu erwerben.
Leider noch viel zu wenig beachtet
Die Besucherinnen und Besucher wurden über die
wichtige Arbeit im Haus Schwabenstraße informiert.
Im Haus Schwabenstraße ist eine integrative Wohngruppe (acht Plätze), eine integrative und eine sozialpädagogischen Tagesgruppe (sechs und acht Plätze) sowie eine kumulierte Erziehungsbeistandschaft (sechs Plätze) untergebracht. Darüber hinaus gibt es im Stadtgebiet Freiburg eine weitere integrative Tagesgruppe (6 Plätze). Somit werden aktuell 34 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren in voll- und teilstationären Settings von Sozial- und Heilpädagog*innen begleitet. Seit November gehört darüber hinaus das Freiburger Autismusbildungs- und Beratungszentrum (FABBZ) ebenso zum Haus Schwabenstraße, welches zuvor dem ZAKS zugeordnet war und aktuell etwa 85 jungen Menschen (bis 21 Jahren) im Autismus-Spektrum eine ambulante Förderung anbietet.
Neben der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen stellt die Arbeit im Netzwerk, insbesondere aber mit den Familien ein wichtiger Bestandteil der Arbeit dar. Hier werden die Eltern in regelmäßigen Gesprächen im Aufbau von positiven Erziehungsstrategien unterstützt, um auch im häuslichen Rahmen die Entwicklung der Kinder zu fördern.
Im Haus Schwabenstraße gibt es für Jugendliche zur Verselbständigung ein eigenes Appartement, indem sie lernen können, zunehmen Verantwortung für ein selbstbestimmtes Leben zu übernehmen. In einem naturpädagogischen Projekt gemeinsam mit einer Imkerin begleiten die Kinder von Haus Schwabenstraße jährlich ein Bienenjahr und stellen der Gemeinde Denzlingen einen Teil des gewonnenen Honigs für Ihre Jubiläumsgeschenke zur Verfügung.
Tatkräftig unterstützt wird die pädagogische Arbeit im Haus Schwabenstraße mit vielerlei anderen wichtigen Alltagshelfern in der Einrichtung: Eine Köchin sorgt jeden Tag für frisch zubereitetes Essen, eine Putzfrau für Ordnung, für die aber jedes betreute Kind mitverantwortlich ist. Wie Miriam Paschke erläuterte, war die vielfältige Schul- und Vereinslandschaft in Denzlingen ein wichtiger Grund für die Ansiedlung der Einrichtung in Denzlingen. Eine Integration der Kinder und Jugendlichen erfolgt individuell nach den jeweiligen Interessen des jungen Menschen zu den Vereinen im Ort oder den angrenzenden Ortschaften. Gute Kontakte gibt es zudem zum Jugendtreff in Denzlingen. Die Denzlinger Sozialdemokrat:innen sowie Birgit Huslisti zeigten sich beeindruckt von der engagierten Arbeit in einer wichtigen Einrichtung, die leider noch viel zu wenig beachtet wird.