Am 11. Dezember 2025 informierte unser Ortsvereinsvorsitzender Frieder Haid, beruflich in der Krankenhausleitung der BDH-Klinik Waldkirch tätig, über die aktuellen Entwicklungen der Krankenhausstrukturreform. Unter den Gästen waren zahlreiche Mitglieder sowie MdB und Kreisvorsitzender Johannes Fechner und Landtagskandidatin Martina Fuhrmann.
Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte und konstruktive Diskussion, in der sowohl die Herausforderungen der Reform als auch ihre Chancen für die regionale Versorgung beleuchtet wurden.
Gerade für den Landkreis Emmendingen ist die Frage der Versorgungssicherheit von zentraler Bedeutung, da ländliche Räume besonders von strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen betroffen sind.
Schwerpunkte des Vortrags
- Status quo der Krankenhauslandschaft
- 75 % der Kliniken arbeiten defizitär
- Steigende Kosten bei gleichzeitig ineffizienter Versorgung
- Redundante Strukturen und zu viele Standorte in Deutschland
- Ziele der Reform
- Höhere Qualität durch Spezialisierung
- Klare Strukturkriterien und Leistungsgruppen
- Sicherstellung der Versorgung – auch im ländlichen Raum
- Mehr Effizienz statt „Quantitätszwang“
- Neue Finanzierungssystematik
- 60 % Vorhaltevergütung
- 40 % DRG-Finanzierung
- Pflegebudget bleibt eigenständig
- Fachkräftemangel und Personalverteilung
- Ungleich verteilte Ressourcen
- Zu viele Standorte binden Personal
- Notwendigkeit neuer Rollen und digitaler Prozesse
- Chancen der Reform
- Abbau von Doppelstrukturen
- Regionale Planung durch die Länder
- Fließendere Übergänge zwischen ambulant und stationär
- Bessere Nutzung pflegerischer Expertise (z. B. Community Health Nurses)
- Vision für das Krankenhaus der Zukunft
- Moderne, integrierte Versorgung
- Interdisziplinäre Teams mit neu definierten Rollen
- Digitalisierte und patientenzentrierte Abläufe
- Nutzung des Transformationsfonds als historisches Zeitfenster
Fazit & Ausblick
Die Krankenhausreform wird das Gesundheitssystem grundlegend verändern. Klar wurde: Es braucht regionale Kooperationen, weniger Bürokratie und starke politische Unterstützung, damit die Versorgung auch künftig gesichert bleibt. Der SPD-Ortsverein Emmendingen wird das Thema weiter begleiten und setzt auf den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den Akteuren im Gesundheitswesen.
Wir bleiben dran – und laden alle Interessierten ein, sich an unseren kommenden Veranstaltungen zu beteiligen und gemeinsam die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis mitzugestalten.


