Naturschutz in Politik und Gesellschaft

Veröffentlicht am 20.09.2009 in Ortsverein

Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Herbolzheim referierte Tutschfeldens Ortschaftsrat Rüdiger Weis im Rahmen des monatlichen „Roten Tisches“ über das Thema Naturschutz in Politik und Gesellschaft. Die Veranstaltung wurde im Vorfeld in der Presse mit dem Wortlaut der Präambel des Naturschutzgesetzes angekündigt: Natur und Landschaft sind aufgrund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen und Erholungsraum des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich zu schützen, zu pflegen, zu gestalten, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen.

Einleitend zu seinem Vortrag zitierte Weis punktgenau zum Thema den Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Dieser schrieb in einem Vorwort zu den EU-Vogelschutzrichtlinien: „ . . . Die Liste der baden-württembergischen Kostbarkeiten (Vogelarten) ließe sich fortsetzen . . . Sie sehen, mit welchen Schätzen unsere heimische Natur ausgestattet ist. Diese können jedoch nur dann dauerhaft gesichert werden, wenn ihr Wert und ihre Schutzbedürftigkeit von der Bevölkerung akzeptiert und mitgetragen werden . . .“ Auffallend bei diesem Zitat ist, dass beim Appell zur Akzeptanz die politisch Verantwortlichen nicht genannt werden. Die mit eindrucksvollen Bildern begleitete Leinwandpräsentation startete mit einer Grafik mit der Vorstellung für den Naturschutz verantwortlicher Politiker und politischen Institutionen: Über Peter Hauk für das Land, Julian Würtenberger für das Regierungspräsidium, Hanno Hurth für den Landkreis, Ernst Schilling mit Stadträten für die Stadt bis zu den vier Ortsvorstehern mit Ortschaftsräten für die Stadtteile. Begleitet mit zwölf landschaftstypischen Monatsbildern wurden Passagen aus den 80-seitigen Naturschutzgesetzen Deutschlands beziehungsweise aus den teilweise gleichlautenden 60-seitigen Naturschutzgesetzen Baden-Württembergs zitiert. Unter anderem: Ziel des Naturschutzes ist es, unsere abwechslungsreich gestaltete Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten und mit ihrer Funktion als Erholungsraum für die Menschen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Oder: Der wild lebenden heimischen Tier- und Pflanzenwelt sind angemessene Lebensräume zu erhalten. Dem Aussterben einzelner Tier- und Pflanzenarten ist wirksam zu begegnen. Ihre Populationen sind in einer dauerhaft überlebensfähigen Größe zu erhalten. Der Verinselung einzelner Populationen ist entgegenzuwirken. Wie auch: Die Landschaft ist in ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit auch wegen ihrer Bedeutung als Erlebnis‑ und Erholungsraum des Menschen zu sichern. Darüber hinaus: Landschaftsteile, die sich durch ihre Schönheit, Eigenart, Seltenheit oder ihren Erholungswert auszeichnen oder für einen ausgewogenen Naturhaushalt erforderlich sind, sollen von Bebauung und Infrastruktureinrichtungen freigehalten werden. Mit Fotos (die Weis im Laufe der Vergangenheit fast ausschließlich in der Gemarkung Herbolzheim aufgenommen hat), begleitet mit interessanten Kommentaren, wurde eine einzigartige Vielfalt unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt präsentiert. Weis: „Leider werden solche Fundorte seit Jahren immer seltener oder sind bereits ganz verschwunden.“ Mit vielen Bildern mit zahlreichen Helfern bei ehrenamtlichen Biotoppflege-Einsätzen wurde ein keimendes Pflänzchen Naturschutz durch Bürger vorgestellt. Als Pendant zu wenigen intakten Lebensräumen wurde, untermauert mit Fotos und Schlagworten aus der Presse, auf ausgeräumte Landschaften, lebensfeindliche und pestizidverseuchte Einzel- und Monokulturen und ungebremsten Landschaftsverbrauch hingewiesen. Mit einem Bild beim Spatenstich auf der grünen Wiese und der Überschrift „Täglich verschwinden 15 Fußballfelder, Gönner (Umweltministerin) kritisiert wieder wachsende Inanspruchnahme von Flächen für Neubauten“ wurde ein Zeitungsartikel vom 15. Juli 2008 mit folgendem Auszug vorgestellt: „Im Land wird immer mehr Landschaft für Neubauten in Anspruch genommen. Dieser Flächenfraß hat trotz aller Appelle von Ministerien und Verbänden auch im vergangenen Jahr zugenommen.“ Weis: Und ist weiterhin auf sehr hohem Niveau. Insbesondere haben Kommunalbehörden viel Macht, diesem Zustand entgegenzuwirken. Kreativität und Zivilcourage sind gefordert, um wirtschaftliche Prosperität und positive Nachhaltigkeit im Naturschutz in Einklang zu bringen. Mit positiven Beispielen im Naturschutz und dem Hinweis auf ein fast unermessliches Füllhorn im Internet endete der Vortrag mit dem Schlusswort: Die beste Zeit für den Naturschutz ist jetzt. Immer !

 

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Naturschutz in Politik und Gesellschaft

Danke für die Veröffentlichung meines Vortrages auf der Internetseite der SPD Herbolzheim. Rüdiger Weis

Autor: Rüdiger Weis, Datum: 21.09.2009, 14:20 Uhr


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